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Rückblick - Aktuelle Berichte 2018


Bild von der Versammlung

Das Lutterprojekt, Renaturierung eines Heidebachs

In der November-Versammlung begrüßt unsere        1. Vorsitzende, Ilse-Anne Serverloh Herrn Dr. Altmüller aus Lachendorf. Er stellt das Lutterprojekt  "Renaturierung eines Heidebaches“ vor.

 

Herr Dr. Altmüller war bis 2008 in der Fachbehörde für Naturschutz des Landes

Niedersachsen tätig. Nach seiner Pensionierung engagiert er sich ehrenamtlich

mit viel Herzblut für das Lutterprojekt. "Flussperlmuscheln" (FPM).

FPM haben ihr Verbreitungsgebiet von Nordspanien bis Skandinavien. In Niedersachsen gibt es sie ausschließlich in der Lüneburger Heide. Auf Antrag im Rahmen der Förderung von gesamtstaatlich bedeutsamen Naturschutzgebieten wurde von den Landkreisen Celle und Gifhorn das Lutterprojekt umgesetzt. Die Fachbehörde für Naturschutz bekommt 1989 die Aufgabe der fachlichen Unterstützung.

Ein großes Team aus Bund, Land Niedersachsen, Umweltministerium, verschiedenen

Fachverbänden und -behörden sowie Verwaltungen gehören diesem Projekt an.

Anlass zu diesem Projekt war ein nur noch sehr geringes Vorkommen von FPM. Das

Ziel war deren Erhalt und damit verbunden die Fließgewässer-Renaturierung.

Es gab wenig fachkundiges Wissen über die FPM. In diesem Projekt wurde erst einmal

der Lebenszyklus der FPM erforscht. Erst mit den gewonnenen Erkenntnissen

konnten Maßnahmen zu deren Erhalt eingeleitet werden. FPM werden bis zu 100

Jahre alt. Während ihres Lebenszyklus benötigen sie (am besten junge) Bachforellen, um 10 Monate in deren Kiemen heranzuwachsen. Dann wachsen sie als Jungmuschel 5 – 7 Jahre in den Zwischenräumen von Kieselsteinen im Gewässerbett weiter. Anschließend wandern sie aus der Tiefe des Gewässergrundes an dessen Oberfläche, damit das Wasser

durch ihre Kiemen hindurchfließen kann. Sie sind Indikatoren für sehr sauberes

Wasser. 

Die Erkenntnis, dass die Sandfrachten aus den Entwässerungsgräben sowie die

Sedimente, die beim Bewirtschaften von Wassermühlen frei werden, den Lebensraum

der Jungmuschel verschlämmen und versiegeln, war der Schlüssel zum Erfolg.

Die Lutter bot gute Voraussetzungen, einen geeigneten Lebensraum für die FPM

schaffen zu können. Es gibt wenig Landwirtschaft und wenig Bebauung, dafür viel

Wald. Von den Verwaltungen wurden die zur Vernässung neigenden landwirtschaftlichen Flächen erworben, ebenso 1992 das Staurecht der Wassermühle in Eldingen. Der Eintrag von Sandmengen ist von 1991 bis 2008 stark zurückgegangen. Ein natürliches, grobes Kiesbett am Gewässerboden ermöglicht nun auch wieder Bachforellen ihre Laichbetten einzurichten. Die jungen Bachforellen benötigt die FPM wiederum als Zwischenwirt in ihrem Lebenszyklus. Der Bestand an FPM ist im beobachteten Bereich der naturnahen Lutter auf 16.500 Exemplare herangewachsen.

Das Lutterprojekt ist ein Erfolg. Die Flussperlmuschel wird hier überleben können.

Europaweit ist dieses Projekt einzigartig. Viele Wissenschaftler partizipieren

von den hier gewonnen Erkenntnissen und werden von Dr. Altmüller bei ihren

Exkursionen zum renaturierten Heidebach begleitet.

 

Wir leben hier ganz nah an einem Paradies.


Radtour im August 2018

Bei über 30° Hitze starteten wir in Luttern, ausgestattet mit Sonnenhut, Mückensalbe und viel Power . Von Petra Meyer und Hildegard Schick geführt, fuhren wir durch das Jarnser

Himmelreich nach Beedenbostel.

 

Dort an der Kirche erwartete uns Herr Franke, der uns einiges aus der Geschichte der Beedenbosteler Kirche erzählte. Die Kirche wurde 1735 in der Amtszeit des Pastors Johann Pflug erbaut. Der Holzglockenturm ist älter und stammt aus dem Jahr 1565/66. Die Kirche verfügt über einen flämischen Holzschnitzaltar (wahrscheinlich) aus dem 15. Jahrhundert. Des Weiteren verfügt die Kirche über eine Kanzel auf der Südseite neben der Sakristei. Der Sockel der Kanzel ist wahrscheinlich schon 1000 Jahre alt. Auf der Empore an der Westseite steht die Orgel von 1972.

Nach dieser beeindruckenden Führung fuhren wir weiter über die idyllische Aschaubrücke und schönen Radwegen nach Gockenholz. Unser Ziel war die Obstplantage von Wilhelm Alps. Dort konnten wir unsere erhitzten Gemüter mit kühlen Säften, leckerem Eis, aber auch bei Kaffee und tollen Obstkuchen herunterschrauben.
Anschließend wurden wir von Wilhelm Alps und seiner Tochter durch die Plantage von Himbeeren und Obst geführt. Ausführlich wurde über Anbau, Vermarktung und derzeitigen Problemen mit der Trockenheit berichtet.

Gestärkt und erfrischt fuhren wir jetzt über Lachendorf, dann auf dem neuen Radweg in Richtung Jarnsen und besuchten Familie Rodewald und ihren wunderschönen Garten. Susanne Rodewald begrüßte uns herzlich und gab eine kurze Einführung über ihre Stauden, Schattengarten und die Gestaltung ihrer bunten Beete bis hin über die weite grüne Wiese zur Lachte, die das Gartengelände zu einer traumhaften Anlage macht. Natürlich war die Lachte mit ihrem kühlen Nass unsere erste Anlaufstelle. Einige stiegen hinein und genossen die Frische. Danach konnten wir den Garten mit den markanten weißen Hortensien, den Beeten mit den gelben und roten Rudbekien und vielen Hosta-Arten bewundern. Einige der wunderschönen Rosenbüsche blühten

noch, trotz der extremen Trockenheit.

Gemeinsam haben wir den Heimweg angetreten Die dunklen

Wolken im Rücken und leises Donnergrollen begleiteten die letzten

Teilnehmer bis nach Haus. Der erhoffte Regen kam,-- aber nicht mehr wie

4 mm.


Frühtauwanderung im Naturschutzgebiet „Lachte“

Ende April treffen sich an einem sonnendurchfluteten Morgen 15 Teilnehmer in Wohlenrode zum Spaziergang entlang der Lachte.

Das seit 2009 bestehende Naturschutzgebiet „Lachte“ hat eine Flächengröße von 489 ha und erstreckt sich über die Gemeinden Eldingen, Beedenbostel und die Stadt Celle. Viele gefährdete und geschützte Pflanzen- und Tierarten sind nicht nur in den Bächen selbst anzutreffen, sondern auch auf Wiesen und Weiden sowie in Mooren und Wäldern entlang der Gewässerläufe. In den Bächen selbst sind unter anderem Bachforelle, Groppe, und Bachneunauge heimisch. Fischotter, Schwarzstorch und Eisvogel haben hier ihr Jagdrevier. Ganz aus der Nähe hört man das Trompeten von Kranichen, die seit einigen Jahren hier wieder ihre Jungvögel aufziehen.

Wir erkunden das Urstromtal der Lachte und queren dazu die „Hans-Olrik-Brücke“. Hier kann man besonders gut die eiszeitliche Entstehung der Lachte erkennen.

Der zum Rittergut Wohlenrode gehörende Mischwald empfängt uns mit frischem Grün. Die Morgensonne verzaubert den Wald. Noch blühen Buschwindröchen und Bockshornklee auf dem Waldboden, bevor das zu dichte Blätterdach ihnen das Sonnenlicht raubt und sie sich zurückziehen.

Vogelstimmen sind überall zu hören. Das Morgenlicht gibt einen nach Osten

führenden Weg eine fast mystische Stimmung. An Gräsern hängende Tautropfen

glitzern in der Sonne. Bald erreichen wir den alten Grebshorner Kirchweg und überqueren

erneut die Lachte. Hier finden wir im Erlenbruch Sternenmiere und bald

blühende Sumpfdotterblumen. Auf dem Rückweg nach Wohlenrode blicken wir noch

auf einen artesischen Brunnen, der sprudelnd sein Wasser in die Lachte ergießt.

Hier lassen sich gut unterschiedliche Waldnutzungen erkennen. Vom Erlenbruch

und Fichtenbestand über lockere Eichengruppen bis hin zum Mischwald mit

stattlichen Buchen ist alles dabei.

Zurück an der „Hans-Olrik-Brücke“ haben wir ein Juwel direkt vor unserer Haustür ein bisschen besser kennengelernt.


 B. Becker
B. Becker

Nicht perfekt aber brillant

Einen unterhaltsamen Nachmittag durften die Ortsvertrauensfrauen auf Einladung des Kreisverbandes Celle im Hotel Celler Tor verbringen. Bei Kaffee und Kuchen lauschten alle begeistert dem Vortrag von Frau Bettina Becker aus Magdeburg. Die studierte Theologin gründete 2015 mit ihrem Mann den Verein Sunrise e.V., der Theaterworkshops für Kinder aus herausfordernden Verhältnissen bietet und dadurch ein wenig Licht in deren Leben bringen will. Frau Becker plädiert dafür, nicht immer alles perfekt machen zu müssen, dafür aber brillant. Dieses bringt sie sehr humorvoll rüber und so brachte dieser Vortrag wie ein Brilliant ein Leuchten, Funkeln und Glitzern in unseren Alltag.


 E. Küpers
E. Küpers

Wenn Vergessen zur Krankheit wird

 Einen sehr nachhaltigen Abend durften die Eldinger Landfrauen am Dienstag, d.13.03.2018 mit Frau Eva Küpers aus Celle erleben.
Frau Küpers vertritt die Auffassung, dass Demenz zum Leben dazu gehört, dass Menschen am Ende ihres Lebens in der Gegenwart mit der Vergangenheit kämpfen und nicht Bewältigtes aufarbeiten müssen, um dann in Frieden mit ihrem Leben abschließen zu können. Hierzu braucht es emphatische Menschen, die keine Scheu davor haben, spürbar ehrlich mit dem anderen umzugehen und ihn über Dinge sprechen zu lassen, die ihn beschäftigen .
Frau Küpers tritt hier in die Fußstapfen von Naomi Feil, die den Begriff der Validation prägte. Validation meint: Gelten lassen der Persönlichkeit. Denn jedes Verhalten hat einen Grund. Frau Küpers brachte hierzu einige Beispiele aus ihrer Arbeit mit dementen Menschen.
Sie machte jedoch auch deutlich, dass es kein Allheilrezept gibt und so mancher Angehöriger spürbar an seine Grenzen gelangen kann. Dann darf man sich gerne an die Celler Demenz Initiative, die 2008 von Frau Küpers gegründet wurde, wenden. Hier gibt es Rat und Hilfe für Angehörige und Pflegepersonen. ( Öffnungszeiten und Adresse auf der Internetseite der CDI).
Außerdem gibt es einmal monatlich kostenfreie Angebote , diese sind der örtlichen Presse zu entnehmen.


Hagebaumarkt in Landfrauenhand

 Am 8. März 2018, am Weltfrauentag trafen sich 8 Eldinger Landfrauen und Gäste im Hagebaumarkt in Celle. Unter der fachkundigen Anleitung von Frau Simone Müller wurde gebürstet,  gestrichen, geschmirgelt und gebohrt. Es entstanden viele einzigartige Regale , die als I-Tüpfelchen sogar eine Beleuchtung erhielten! Hierbei ging vielen von uns ein Licht auf! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Frau Müller. Wir waren uns alle einig: Wir kommen wieder!


 Dr. G. Krüger
Dr. G. Krüger

Vortrag am 18. Januar 2018

"Die Rolle der Muslima in Familie, Gesellschaft, Politik, Religion und der Sarica (islamistische Normenlehre)

Für unsere Januarversammlung konnten wir Frau Dr. Gundula Krüger, Islam- und Religionswissenschaftlerin, als Referentin gewinnen. Frau Dr. Krüger und ihr Ehemann haben lange Zeit selbst im Nahen und Mittleren Osten, u.a. in Ägypten und Tunesien gelebt. Ihr interessanter Vortrag gab Einblicke in die Pflichten und auch Rechte der Frauen in der Ehe, im Familien-, Scheidungs- und Erbrecht. 

Es gebe verschiedene Arten, ein Kopftuch zu tragen. Der Koran fordere, dass Ehefrauen und Ledige etwas von ihren Gewändern über sich herunterziehen sollen. Das sei aber keine Unterdrückung, sondern Schutz vor sexueller Belästigung. Frauen, die sich nicht bedeckten, gelten in islamischen Ländern oft als Freiwild. 
Ledig zu sein, ist unüblich, Sex ist nur in der Ehe erlaubt. Beide Ehepartner haben den gleichen sozialen und intellektuellen Status. Eine Frau behalte auch nach der Heirat ihr Vermögen. Im Erbrecht sei es aber so, dass Frauen nur die Hälfte zufällt. In der Ehe seien die Rechte unterschiedlich verteilt. Die Frau hat ein Recht auf Kleidung, Unterhalt und Wohnung, Gleichbehandlung (bei Polygamie), den Besuch ihrer Familie und die Verfügung über ihren Besitz. Der Mann kann erlauben, dass die Frau das Haus verlässt und einen Beruf ausübt. Er hat ein Recht auf Sexualität. Im Scheidungsrecht gibt es keine Gleichbehandlung. Der Mann kann seine Frau verstoßen. Eine Frau kann sich aus der Ehe nur loskaufen, moderner ist inzwischen die Scheidung durch ein Gericht. Die Frau muss Gründe für eine Scheidung angeben, der Mann nicht. Kinder gehören dem Mann und seiner Familie.
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Die neu gewonnenen Blickwinkel und Gesichtspunkte wurden von den Zuhörern aufmerksam aufgenommen und rege diskutiert.